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Der folgende interessante Bericht wurde uns von Andrea & Petra von der Wohnmobilwelt.de zur Verfügung gestellt. |
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1 1/1 Jahre auf 8 qm Es fing alles an mit Elvira. Elvira war unser erstes Wohnmobil, ein alter Hanomag, den wir liebevoll innen und außen dekorierten. Sie wurde nur als Freizeitmobil genutzt. Irgendwann kam dann die Frage auf, ob man nicht auch in einem Mobil leben kann - so richtig. Uns war von Anfang an klar, das ein Hanomag für dieses Unterfangen viel zu klein war. Immerhin waren wir 2 Erwachsene und 1 recht großer Hund. Zu diesem Zeitpunkt ging es uns auch noch finanziell sehr schlecht. Eine steckte in der Ausbildung, die andere war erwerbslos. Da standen wir also mit unserem Talent, den Kopf voll - die Taschen leer. Aber wer uns kennt weiß, daß wir nicht so schnell aufgeben . Wir suchten also jemanden, der sein Mobil verkaufen wollte und bereit war, auf eine Ratenzahlung einzugehen. Das Schicksal wollte es, daß wir 10 Km von unserem Wohnort entfernt, in Duisburg an einem 406 Mercedes vorbei fuhren, der ein Verkaufsschild im Fahrerhaus hängen hatte. Wir wollten unbedingt ein Mobil. Wir faßten uns also das Herz und klingelten bei der angegebenen Adresse. Der Typ der uns öffnete entsprach genau dem vorgefertigten Klischee eines Püttrologen (Für die Leute die nicht aus dem Ruhrgebiet kommen: Ein Püttrologe ist Umgangsdeutsch und steht für Bergmann). Also da stand nun der echte Duisburger vor uns. Und wir baten Ihn uns doch mal das Mobil zu zeigen. Nun es war groß genug und komplett ausgestattet incl. Bad mit Warmwasser. Nun die Einrichtungsfarbe war nicht unser Ding (dunkle Eiche),aber das konnte man jawohl ändern. Jetzt mußten wir ihm nur noch klar machen, das wir nur in 500.- Marksratenzahlen konnten. Er war wohl erstaunt darüber, aber er brauchte wohl das Geld. Er ging tatsächlich darauf ein. Wir waren ja so glücklich. Das wir auch sehr viel Glück mit dem technischen Stand des Autos hatten, stellten wir erst viel später fest. Denn wir hatten wohl einen Vorstellung was alles an Ausstattung zu unserem Mobil gehören sollte, aber von der Motortechnik hatten wir da noch null Ahnung. Wir kauften es sozusagen blind. Das könnte uns heute natürlich nicht mehr passieren, aber dazu später. Das Mobil war nicht mehr angemeldet, aber die entwerteten Nummernschilder waren noch dran, wir fuhren den Wagen dann also "schwarz" bis nach Hause. Bei der Fahrt klopfte uns das Herz bis in den Hals, den keiner von uns beiden hatte je einen so großen Wagen bewegt. Endlich stand sie sicher vor unserer Wohnung. Wir waren ja so aufgeregt. Unser neues Zuhause war endlich da. Wir gingen direkt daran den Innenraum neu zu gestalten. Alles wurde heller und freundlicher. Denn schließlich war es ja ein Wohn - Mobil. Ja und nun jetzt hatten wir also eins, der erste Schritt war getan. Nun mußte ja wohl eigentlich die Kündigung der Wohnung kommen. Wir rafften uns auf und taten es. Auf einmal fielen wir in ein tiefes Loch. Ob das wohl alles richtig war? Laufen wir nicht nur einem Hirngespinst nach? Wir fühlten uns schlecht - so ca. 2 Stunden dann krabbelten wir wieder aus unserer Höhle. Es war unser Traum - scheiß drauf, wir wollten es - also machten wir es. Wir hatten sehr schnell einen Nachmieter gefunden, sprich wir hatten 4 Wochen Zeit, unsere Angelegenheiten zu regeln incl. dem Verkauf und Verschenken unserer gesamten Wohnungseinrichtung. Die paßte nun mal nicht in unser Mobil. Wir werden nie den Tag vergessen, an dem wir unser Rolling Home bestiegen und von unserer Wohnung wegfuhren. Wir hatten so viel Spaß. Ab jetzt waren wir Freiwild. Die ersten Nächte verbrachten wir, wie auch in der ganzen Zeit auf öffentlichen Parkplätzen. Wir hatten so viel Schiß, das wir in diesen ersten Nächten ein Messer unter dem Kopfkissen hatten. Jedes Außengeräusch drang in unsere Ohren. Es dauerte einige Tage bis wir gelassener wurden. Wir hatten übrigens in den ganzen 1 1/2 Jahren nicht einmal wirklich Probleme mit unseren Mitmenschen, doch halt einmal klopfte die Polizei an unser Auto und wollte unsere Papiere sehen. Das war's aber auch schon. Weggeschickt wurden wir kein einziges Mal. Man konnte ja schließlich nicht von außen erkennen, das dieses Mobil als Wohnung genutzt wurde. Wir bauten natürlich draußen keine Stühle und Tische auf oder ließen einen Stromgenerator laufen. Wir waren schlicht unauffällig. Je länger wir in unserem Mobil lebten, umso besser gefiel es uns. Klar unsere Freunde und Bekannten, schlugen die Hände über dem Kopf zusammen, ob des geringen Wohnraumes. Aber wir kamen prima damit klar. Es war vielleicht nicht für jeden das Richtige, aber für uns schon. Die ersten Probleme tauchten natürlich schon bald auf: z. B. wo kriegen wir Wasser her und wo das Gas? Wir waren Frischlinge im wahrsten Sinne des Wortes O.K. mit dem Gas klärte sich schnell. Obwohl wir auch da unsere Fehler machten. Wir nahmen z. B. rote Leihflaschen, die haben bekanntlicherweise den Nachteil, daß man sie nur bei dem Verleiher auffüllen kann. Später - als es uns finanziell besser ging kauften wir uns dann graue. In "Baby" so heißt unser Mobil passen zwei 11 Kg Flaschen (in einem Außenstauraum).Das Wasser zu organisieren war ein weit größeres Problem. Damals schrieben wir das Jahr 1991 und die Ver- und Entsorgungsstationen die es Heute gibt, waren noch lange nicht da. Wir fuhren viele Tankstellen an, bis wir Wasser bekamen. Wir wollten es ja gar nicht um sonst. Wir waren bereit für eine Füllung unseres Tanks (80 Liter) 5 Mark zu zahlen. Das fanden wir reichlich. Trotzdem waren die meisten nicht dazu bereit. Es gab nur eine Tankstelle weit und breit, deren Mitarbeiter schon immer lächelten wenn wir kamen, das war der Rasthof Hünxe an der A3 . (Grüße nach Hünxe). Dort tankten wir immer unseren Dieseltank voll und gleichzeitig konnten wir unseren Wassertank befüllen. Dort gibt es nämlich einen Wasseranschluß direkt an den Tanksäulen. In den Toilettenräumen entsorgten wir auch unser Chemieklo. Wir waren darauf bedacht, diesen Ort peinlichst sauber zu verlassen. Selbst nachdem eine von uns eine Umschulung in Essen antrat und wir dort die ganze Woche über standen (die andere von uns fuhr jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit nach Oberhausen), fuhren wir am Freitag nach Hünxe hoch. Je Länger wir in Baby wohnten um so mehr Veränderungen wurden gemacht. Als erstes wollten wir ein Hochdach. Bis dahin hatten wir unsere Schlafstatt aus unserer Rundsitzgruppe gemacht. Das war uns auf Dauer viel zu umständlich. Und vorallen Dingen mußte man immer zu zweit aufstehen, auf wenn vielleicht lieber eine liegengeblieben wäre. Also ein Hochdach - doch wir wohnten doch in unserem Auto, wie sollte das gehen? Wir fanden eine Firma in - Oberhausen die uns zusagte das Dach innerhalb von 2 Tagen zu montieren. Es wurden - drei Tage, und die zwei Nächte verbrachten wir schlafend (mehr oder weniger) auf einer - Wiese. Dann war das Dach drauf aber weder von innen isoliert noch verkleidet. Das - machten wir dann die nächsten Tage. Manchmal bis nachts um 5 Uhr. Es muß ja nicht - erwähnt werden,das wir nur einen Akkubohrer hatten. (Den hatten wir uns endlich - zugelegt), alles andere wurde in guter alter Handarbeit erledigt. Wenn wir müde waren, - mußten wir den Dreck beseitigen, alles wegräumen, damit wir in unser neues Bett - konnten. Am nächsten Tag wurde wieder alles ausgepackt, nachdem man von der Arbeit - kamen. Aber auch das schafften
wir. Gleichzeitig wurde das Bad verändert und zwei - Kleiderschränke so verkleinert, daß sie nur noch halbhoch waren. So war viel mehr Licht - in Baby. Es wurde wohnlicher. Dadurch bedingt, daß wir die ganze Woche fast nur standen, mußten wir uns bezüglich der Stromversorgung etwas einfallen lassen. Wir entschieden uns für eine - Solarversorgung, bis heute hatten wie keine Versorgungspanne, sprich immer genug Saft. Wir haben nur für den Wohnbereich eine Kapazität von 2 Batterien mit je 108 AH. Das reicht uns vollkommen aus. Wir bevorzugen eh die etwas romantischere Beleuchtung mit Kerzen und Petroleumlampen. Daneben haben wir aber auch Farbfernseher und Satanlage. Wir sparten ja unsere Miete. Nun ja eigentlich nicht richtig, das eingesparte Geld floß wieder in Baby und den Anschaffungen. Unser Fazit bleibt: Es ist möglich diesen Traum zu leben. Das einzige was man braucht, ist eine polizeiliche Meldemöglichkeit (wir waren zu dieser Zeit bei einer Freundin gemeldet). Was darüber hinaus noch wichtig ist, ist jemanden zu finden, der auch mal auf die Schnelle den Wagen repariert wenn es nötig ist. Wir hatten sehr viel Glück jemanden zu finden, den wir nicht nur als Reparierer von Baby sondern, vielmehr als Freund schätzen. Ohne ihn wäre es so manches Mal nicht weitergegangen, denn eine Reparatur bei Mercedes können wir uns auch heute noch nicht leisten. Baby hat so ziemlich alles neu bekommen was geht, von Motor, Getriebe über Lichtmaschine bis hin zu neuen Bremstrommeln. Sie ist komplett durchgeschweißt wurden. O. K. manch einer sagt, daß lohnt sich für einen so alten Wagen nicht. Rechnerisch kann das gut sein. Aber sie ist nicht irgendein Wagen. Sie ist die Verwirklichung unserer Lebensvorstellung. Sie ist die Verwirklichung unseres Traumes. |
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